Kleidung – nur auf den ersten Blick sauber

Kleidung

„Kleider machen Leute“ dieser Spruch verdeutlicht wie wichtig Kleidung in unserer Gesellschaft ist, darüber wie wir uns anziehen zeigen wir unsere Identität. „Leute machen Kleider“ hört man deutlich seltener, wo unsere Kleider herkommen und wer sie produziert wissen wir häufig nicht.

Das Projektangebot „Kleidung – nur auf den ersten Blick sauber“ dreht sich rund um das den Themenbereich der Kleidung. Nach einem assoziativen Einstieg, der die inhaltliche Breite des Projektangebotes aufzeigt, haben die Teilnehmenden die Möglichkeit sich als Gruppe für verschiedene Vertiefungsangebote zu entscheiden. Die Entscheidung für ein Vertiefungsangebot wird von der Gruppe im Konsens getroffen und orientiert sich an den Interessen der Teilnehmenden. Im folgenden werden die möglichen thematischen Vertiefungen vorgestellt:
Kinderarbeit im Baumwollanbau: Das Thema „Kinderarbeit“ ist ein umstrittenes Thema: Einerseits sind die Regelungen der Internationalen Arbeitsorganisation sehr klar. Sie verbieten Kinderarbeit. Andererseits organisieren sich arbeitende Kinder seit einigen Jahren und fordern nicht ein Verbot der Kinderarbeit, sondern eine Anerkennung und systematischen Schutz für arbeitende Kinder. Diese Thematik bietet gerade in der Debatte um Menschenrechte und Arbeitsrecht ein spannendes Feld.

Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie: Die Bilder von hauptsächlich asiatischen Näher*innen, die in ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen und miserablen Bedingungen Kleidung für den europäischen und nordamerikanischen Markt herstellen, sind vor allem nach Fabrikunglücken um die Welt gegangen. Im Vertiefungsangebot wird die Logik der „fast fashion“, der schnellen Mode, die billig und für nur eine Saison produziert wird, verdeutlicht und die Verantwortung der europäischen Modeindustrie und der Konsument_innen für Arbeitsbedingungen weltweit diskutiert.

Gender/ Schönheitsideale: Es ist vor allem die Mode und die Werbung, die sagen, was schön ist und was nicht. Das betrifft Kleidung aber auch das von der Mode- und Werbeindustrie idealisierte Körperbild. Geschlechtsidentität wird vor allem über Kleidung ausgedrückt. Im Vertiefungsangebot reflektieren die Teilnehmenden kritisch ihre eigenen Schönheitsideale und wer oder was diese prägt.

Konsum: Werbung prägt nicht nur maßgeblich Schönheitsideale und die Vorstellung davon wie verschiedene Geschlechter sich kleiden und verhalten, sie suggeriert auch, dass das Kaufen von verschiedenen Produkten zu einem glücklicheren Leben führt. Im Vertiefungsangebot wird die Logik von Werbung und Konsum kritisch hinterfragt, eigene Bedürfnisse mit Werbebotschaften abgeglichen und die globalen Auswirkungen des Konsums der Teilnehmenden verdeutlicht.

Weitere mögliche Vertiefungsangebote sind die Auseinandersetzung mit der Verwertung von Altkleidern/ Kleiderspenden und die damit verbundene Zerstörung lokaler Märkte in Ländern des globalen Südens, die Betrachtung der Produktionsketten von Outdoorbekleidung und Schuhen, verschiedene Fasern/ Stoffe und virtuelles Wasser, das heißt das Wasser, das in den Produktionschritten bei der Herstellung von Kleidungsstücken verbraucht und verschmutzt wird.
Je nachdem welche Vertiefungen die Gruppe gewählt hat werden gemeinsam passende Handlungsalternativen diskutiert, vorgestellt und ausprobiert. Reparieren statt Wegwerfen ist eine Möglichkeit weniger zu den negativen globalen Folgen der Kleidungsproduktion beizutragen. Durch Ändern oder Bedrucken lassen sich Kleidungsstücke individuell gestalten, so dass die eigene Identität dargestellt werden kann ohne dem täglichen Konsumzwang nachzugeben. Ob Biobaumwolle und Fairtrade eine Option sind kann thematisiert werden genau wie verschiedene Siegel der fairen Kleidungsproduktion.

Kurzinhalt:

  • Baumwollanbau und seine Folgen
  • Arbeitsbedingungen von Näher*innen
  • Werbung, Identität und Geschlecht