Migration – Flucht – Asyl

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Jeden dritten Tag wurde 2015 in Deutschland eine Flüchtlingsunterkunft angezündet, 75 Angriffe gab es auf Unterkünfte in Mecklenburg-Vorpommern. Seit vermehrt Menschen Schutz vor politischer Verfolgung, Krieg und Unterdrückung in Mecklenburg-Vorpommern suchen steigt die zahl rechter, rassistisch motivierter Straftaten an. Von Hass geprägte Hetze gegen geflüchtete Menschen, Asylsuchende, Menschen muslimischen Glaubens, gegen alle die anders sind, ist zum Alltag und vielerorts salonfähig geworden.

Immer wieder wird dabei von „den Flüchtlingen“ gesprochen. Mit einem Sammelbegriff werden Menschen in einer Gruppe zusammengefasst die aus unterschiedlichen Regionen der Welt kommen, verschiedensten Glaubensrichtungen angehören, sich in Bildung, sozialer Herkunft und politischer Meinung stark unterschieden. Auch die Gründe warum Menschen ihren Wohnort verlassen und fliehen sind vielfältig.

Im Projektangebot „Migration – Flucht – Asyl“ haben die Teilnehmenden die Möglichkeit sich intensiv und differenziert mit einem Themenbereich auseinanderzusetzen, der im Alltag häufig auf Parolen reduziert wird. Diskussionen aktueller politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen finden genauso einen Raum wie die Auseinandersetzung mit historischen Entwicklungen und Zusammenhängen.

Im ersten Teil des Projektangebotes stellen die Teilnehmenden einen persönlichen Bezug zu dem Themenbereich her, reflektieren die Migrationsgeschichte zum Beispiel die Migrationsgeschichte ihrer Familie oder sammeln Verknüpfungen des Themas mit ihrem Alltag.
Die Thematisierung verschiedener Fluchtgründe bettet die gesellschaftliche Migrationsdebatte in einen globalen Zusammenhang ein und verdeutlicht welche Rolle verschiedene, auch europäische, Akteure im Zusammenhang mit Flucht und Migration spielen. Häufig sind es ökonomische und politische Interessen, die die Lebensgrundlage von Menschen in verschiedenen Regionen der Welt ganz konkret bedrohen.
Auch Fluchtrouten und -wege werden thematisiert. Wenn legale und sichere Einreisemöglichkeiten versperrt sind, ist Flucht häufig nur auf unsicheren Routen und mit der Unterstützung von Schleppern/ Fluchthelfern überhaupt möglich. Nur so ist es zu erklären, dass 2015 mindestens 3771 Menschen bei dem Versuch Europa über den Seeweg zu erreichen starben. Die Verantwortung der europäischen Migrationspolitik und Grenzsicherung werden in diesem Zusammenhang thematisiert.
Im Anschluss richtet sich der Blick wieder auf uns selbst und die eigene Gesellschaft. Die Bedingungen für Asyl in Deutschland und die Lebensumstände von Geflüchteten in Vorpommern werden betrachtet. Dabei wird es um Fragen wie: Wie läuft ein Asylverfahren eigentlich ab? Welche anerkannten Asylgründe gibt es in Deutschland? Wie leben Geflüchtete vor, während und nach dem Asylverfahren? Was ist eine zentrale Erstaufnahmeeinrichtung, was eine Gemeinschaftsunterkunft? Wie viel Geld bekommen Asylsuchende in Deutschland? Wo und wie leben sie? Mit welchen rassistischen Vorurteilen sind Geflüchtete in ihrem Alltag hier in Vorpommern konfrontiert?
Rassistische Denkmuster sind gesellschaftlich verbreitet und prägen den Umgang mit Geflüchteten und Migrant_innen. Eine Auseinandersetzung mit dem eigenen verinnerlichten Rassismus und den Wirkmechanismen von Vorurteilen, Diskriminierung und Rassismus ermöglicht es den den Teilnehmenden rassistische Äußerungen als solche zu erkennen und ihnen etwas entgegen zu setzen.

Die Thematisierung individueller Handlungsmöglichkeiten stellt den Abschluss des Projekttages dar. Gemeinsam wird überlegt wie sich die Gruppe gegen Rassismus und für eine Willkommenskultur in ihrem Ort oder ihrer Schule einsetzen kann. Neben dem Kennenlernen von Initiativen aus der Region können die Teilnehmenden gemeinsam Ideen entwicklen, die sie in ihrem Umfeld umsetzen können um ein Zeichen gegen Rassismus und für eine vielfältige, offene Gesellschaft zu setzen.

Kurzinhalt:

  • → weltweite Migrationsbewegungen
  • → Fluchtursachen und verschlossene Fluchtwege
  • → Lebensbedingungen von Flüchtlingen in Deutschland und wie man sich engagieren kann
  • → Vorurteile und Rassismus