6. Türchen

In Deutschland streiten sich gerade viele Menschen darum, ob und wie wir Weihnachten feiern werden. In welchem Umfang wir unsere Familien und Freunde treffen. Ob wir quer durch die Republik „nach Hause“ fahren dürfen. Aber was ist, wenn du kein Zuhause hast? Was ist, wenn du dir nicht aussuchen kannst, mit wem du zusammen wohnst?

Das ist die Realität für viele tausend Menschen, die aufgrund von Krieg, Verfolgung oder Umweltkatastrophen ihr Zuhause verloren haben oder fliehen mussten. Die in überfüllten Lagern oder Gemeinschaftsunterkünften leben.

Dagegen protestieren? Geht auch in der Pandemie!

Immer und immer wieder machen Nichtregierungsorganisationen wie die Seebrücke, Amnesty International und viele andere auf die Situation geflüchteter Menschen weltweit aufmerksam. Mit ganz unterschiedlichen digitalen und analogen Protestformen können auch in einer Pandemie Unmut geäußert und Forderungen an die Politiker*innen gestellt werden! Ein bewegendes Beispiel ist das Video „The Drowned Requiem: Remember Human Rights“ von der Organisation „United4Rescue – Gemeinsam Retten“. Ihre Botschaft:

Die „Ode an die Freude” ist die Hymne Europas. Gewählt von der EU, weil sie für die europäischen Werte Freiheit, Frieden und Solidarität steht. Doch was ist von den Werten übrig geblieben? Nicht viel! Im Mittelmeer gehen diese Werte gerade unter. Fast täglich ertrinken Menschen auf der Flucht. Die Politik versagt. Und einige Staaten blockieren sogar die Schiffe der zivilen Seenotrettung.

Für Engagement braucht es manchmal nur einen Klick.

Ein Video wie das oben vorgestellte teilen und mit dem passenden #Hashtag versehen. Ein Foto vom selbstgebastelten Plakat am Balkon posten. Eine Mail an Bundestags- oder EU-Abgeordnete. Eine Petition unterzeichnen. Im Netz gibt es vielfältige Möglichkeiten aktiv zu werden.

Ein Beispiel: die Organisation ProAsyl sammelt zurzeit digitale Unterschriften gegen den »New Pact on Migration and Asylum«, mit dem die Rechte geflüchteter Menschen in der Europäischen Union noch mehr verschwinden könnten. ProAsyl fordert Schutz für Geflüchtete und Zugang zum Recht auf Asyl, statt brutaler Gewalt an Europas Außengrenzen, unterlassene Seenotrettung, illegale Zurückweisungen und überfüllte Lager. Unter https://aktion.proasyl.de/ kannst auch Du/können Sie ganz leicht zur Aktivist*in werden: unterschreibe dort den Appell und sage »Nein zu einem Europa der Haft- und Flüchtlingslager«!

Weihnachten in der Gemeinschaftsunterkunft

Aber auch in Greifswald und anderen Orten in Vorpommern gibt es wie schon in den vorherigen Jahren eine konkrete Möglichkeit zu Weihnachten für Geflüchtete aktiv zu werden. Die Kinder- und Jugendhilfe gGmbH „ZORA“ sammelt Geschenke-Spenden für Kinder und Jugendliche, die in Vorpommern in Geflüchteten Unterkünften wohnen müssen. Bis zum 14. Dezember werden Sach- und Geldspenden gesammelt, die dann zu Päckchen zusammengestellt und verpackt werden. An Weihnachten werden sie an Kinder im Alter von 0 bis 18 Jahren verteilt.

Benötigt werden Schulmaterialien, Stifte und Ausmalbücher, Gesellschaftsspiele, Kinderbücher oder anderes Spielzeug, Ourdoorspiele, Babykleidung und Winteraccessoires wie Handschuhe oder Schals.

Alles kann von Montag bis Freitag, 8.30 Uhr – 14.30 Uhr unverpackt abgegeben werden im ZORA Büro: Markt 20/21 in Greifswald. Wer beim Verpacken oder Verteilen helfen möchte, kann sich melden unter 03834 454 7100 oder weihnachtenfueralle19@gmail.com

https://www.instagram.com/p/CIDrU8fAoTn/

P.S.: zum Thema Flucht und Migration möchten wir euch/Ihnen heute auch noch einen anderen Adventskalender vorstellen. Unter dem Motto „Geschichten statt Schokolade“ hat die Nordkirche beeindruckende, schöne und auch traurige oder wütend-machende Geschichten von geflüchteten Menschen gesammelt, die in Norddeutschland leben. Das Thema 2020 ist „Zuhause„. Die Menschen teilen mit uns ihren Blick auf ein verlorenes, ersehntes oder neu gefundenes Zuhause: https://www.flucht.adventskalender-nordkirche.de/