VeRa 027 – Wasser

Nestlé kauft Trinkwasserseen in Schwerin! Dieser Aprilscherz schockte dieses Jahr kurzzeitig die Leser einer lokalen Internet-Zeitung in Schwerin. Was sich hier als Witz entpuppte, ist andernorts bittere Realität. Trinkwasservorkommen werden privatisiert und dadurch wird Wasser vom öffentlichen Gut zur Handelsware, die sich oft nicht jede*r leisten kann. Was kann das für Menschen in Ländern des globalen Südens bedeuten? Welche Konflikte können daraus entstehen? Gibt es auch in Deutschland privatisiertes Grundwasser? Diesen und weiteren Fragen haben wir uns am Mittwoch von 22-23 Uhr gewidmet, wenn die Bildungsinitiative verquer wieder mit “VeRa” auf Sendung ist. Und ob Leitungswasser wirklich so anders schmeckt als Flaschenwasser, testen wir dann auch. Hört rein!

Sendungsnotizen zum Nachlesen:

00:08:03 Feature Wem gehört das Wasser in Simbawe mit Ausschnitten aus dem Theaterstück Watergames

Anmoderation Beitrag zu Simbabwe:
Wer hier in Mecklenburg-Vorpommern Wasser trinken will macht vermutlich den Wasserhahn auf und bekommt aus der Leitung frisches Trinkwasser. Das kostet hier bei uns fast nichts. Wer lieber auf Plastikflaschen mit Trinkwasser zurückgreift kann auch diese zu einem sehr günstigen Preis kaufen. In vielen Regionen der Welt ist die Situation anders. Wir haben uns die Frage gestellt: Wem gehört das Wasser in Simbabwe und wer hat Zugang dazu? Im Sommer war eine Theatergruppe aus Simbabwe zu Gast in Greifswald und Rostock. Sie hat das Thema Trinkwasser und Trinkwasserverschmutzung in einem Theaterstück aufgegriffen.

Abmoderation:
Watergames : water is thicker than blood. Das ist der Titel einer Adaption von Henrik Ibsens „Ein Volksfeind“ die eine Theatergruppe aus Simbabwe unter der Regie von Jens Vilela Neumann im Sommer auch nach Mecklenburg-Vorpommern gebracht hat.
Im Beitrag habt ihr Teile aus dem Theaterstück gehört und den Mitschnitt eines Gesprächs mit den Schauspielern Michael Kudakwashe und Tichaona Mutore.
Zum Ende ein Lied, dass die Sängerin und Schauspielerin Kudzai Sevenzo im Stück Watergames singt. Die Musik kam von Cornelius Mupondirio.

00:16:29 Wasserverkostung Leitungswasser vs. Flaschenwasser

Anmoderation Wasserverkostung:
Wir haben ja hier das Glück, dass wir leicht an trinkbares Wasser kommen, ohne viel Geld auf den Tisch legen oder einen Draht zu mächtigen Politikern zu haben zu müssen. Viele nehmen trotzdem Geld dafür in die Hand und schleppen jede Woche Wasserflaschen aus dem Super- oder Getränkemarkt nach Hause.
Im Vorfeld der Sendung haben wir mal den Vergleich gemacht. Ich habe Ledun zu einer Wasserverkostung eingeladen. Das Ergebnis hört ihr jetzt…

00:21:10 Beitag Konflikte ums Wasser in Bolivien

Anmoderation Wasserversorgung Cochabamba in Bolivien:
Gegen die Privatisierung von Trinkwasser gab es in Bolivien, genauer genommen in Cochabamba, viele Proteste und einen langen Kampf um freien Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Details und den Ausgang dieser Proteste in Bolivien erzählt uns Felix in einer “Erfolgsgeschichte” des Widerstandes.

Filmtipp:
Nach Cochabamba in Bolivien führt auch der Film “Und dann der Regen”. Der Film bringt die historische Geschichte von der Ankunft von Kolumbus auf dem amerikanischen Kontinent mit dem Wasseraufstand von Cochabamba im jahr 2000 in Verbindung. Während ein Film über die brutale Eroberung eines Kontinents, die Gier nach Gold und die Versklavung der indigenen Bevölkerung gedreht werden soll, brechen in Cochabamba Unruhen aus, weil die Wasserversorung der Region an an einen multinationalen Konzern verkauft wurde. Die Proteste eskalieren zum Aufstand und machen den Dreh des historischen Filmes über Kolumbus unmöglich, denn der Hauptdarsteller ist auch einer der Anführer des Widerstandes. So wird der Film über den Widerstand der Ureinwohner der Bahamas gegen Kolumbus und seine Truppen Ende des 15. jahrhunderts zu einem Film über den Widerstand der Menschen in Bolivien heute… dieses Mal gegen multinationale Konzerne, gegen Privatisierung von Gemeingut und für ihr Recht auf ihre Ressourcen. Nur ist die Ressource nicht Gold, sondern Wasser. “Und dann der Regen” von der Regisseurin Icíar Bollaín nach einem Drehbuch von Paul Laverty erschien im jahr 2010 und erhielt mehrere Preise.