Flucht.Perspektiven

Flucht und Migration sind keine neuen Phänomene. In unserer Arbeit in Vorpommern haben wir in den letzten Jahren allerdings immer wieder beobachtet, dass es eine Vielzahl von Herausforderungen gibt, die mit Flucht und Migration zu tun haben und denen wir gerne begegnen möchten.

Vorurteile und Rassismus statt universeller Menschenrechten: In Schulen und in der Öffentlichkeit begegnen uns Vorurteile gegenüber Menschen aus anderen Ländern, gegenüber Menschen mit anderer Hautfarbe, gegenüber Geflüchteten. Wir möchten dazu beitragen, dass wir hier in Vorpommern (und überall auf der Welt) unser Zusammenleben nach der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ausrichten, anstatt uns von Vorurteilen, Rassismus und Hass leiten zu lassen. Wir möchten ein Miteinander, in dem die Würde des Menschen im Zentrum steht.

Geringes Bewusstsein für globale Zusammenhänge, insbesondere in Bezug auf das Thema Flucht: Wenn wir über Flucht und globale Migration sprechen lassen wir gerne außer Acht, welche Bezüge es zu unserem eigenen Leben gibt und welche Rolle unsere Konsumgewohnheiten und auch die deutsche und europäische Politik spielen. Nicht nur der viel zitierte Waffenhandel, auch Fleischkonsum, Klimawandel oder Agrarsubventionen hängen mit globaler Flucht und Migrationsbewegungen zusammen. Wir möchten Wissenslücken schließen und eine differenzierte Auseinandersetzung anstoßen.

Schüler*innen mit Migrations- und Fluchterfahrung sind nicht an Debatten beteiligt, vielmehr wird nur über sie gesprochen: Immer wieder sprechen wir darüber, wo junge Geflüchtete herkommen, warum sie hier sind, warum es ihnen in Vorpommern gut oder schlecht geht, was sie brauchen und was nicht. Dabei vergessen wir manchmal mit ihnen zu sprechen. Schüler*innen mit Migrationserfahrungen kennen die Situation in ihren Herkunftsländern, sie wissen warum sie geflohen sind und wie es ihnen dabei ging. Wir möchten diejenigen an Diskussionen beteiligen, die ihre eigenen Erfahrungen und Perspektiven einbringen können. Wir möchten nicht über Menschen sprechen.

Das Projekt Flucht.Perspektiven begleitet uns im Jahr 2018. Wir wollen kritisch auf unsere Projekte schauen und Fluchtgründe als Querschnittsthema in alle Projekte aufnehmen. Außerdem wollen wir Räume schaffen, in denen wir miteinander ins Gespräch kommen können. Zum Beispiel unsere Tagung am 29.5.2018.

Wir freuen uns sehr über Fragen, Anregungen und Anmerkungen.

Das Projekt Flucht.Perspektiven wird gefördert von der Stiftung Nord-Süd-Brücken aus Mitteln des BMZ, der Bundeszentrale für politische Bildung, der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern, der Heidehofstiftung und der Stiftung Umverteilen.