Essen Macht Hunger

Ernährung
Jede*r Europäer*in verspeist jährlich zehn Kilogramm künstlich bewässertes Treibhausgemüse aus Almeria in Südspanien. Viele Menschen aus aller Welt arbeiten dort als Tagelöhner. Die EU hat ihnen durch ihre Subventions- und Exportpolitik die Möglichkeiten zerstört, selbst Landwirtschaft und Handel zu betreiben und sich ihren Lebensunterhalt zu erarbeiten und in Almeria sinkt der Grundwasserspiegel. Die Wege unserer Lebensmittel werden länger und verzweigter. In diesem Projekttag ergründen die Schüler*innen, welche komplexen Produktionswege und -prozesse unserer alltäglichen Ernährung zugrunde liegen und wie sie sich auf Mensch und Umwelt auswirken.

Zunächst sammeln die Schüler*innen die Zutaten ihres Lieblingsessens oder ihrer letzten warmen Mahlzeit und vollziehen mit Hilfe einer Weltkarte die Strecken nach, die zurückgelegt worden sind, bevor das Essen bei ihnen auf dem Teller landen kann. In dieser Phase geht es auch darum, wo und wie wir überhaupt solche Informationen zu Nahrungsmitteln finden können. Der Begriff der Saison wird eingeführt und erste Eigenschaften globalisierter Nahrungsmittelwirtschaft werden festgehalten. Außerdem kann je nach Altersgruppe ein Blick auf die Geschichte der Ernährungsgewohnheiten in Deutschland geworfen werden. Hier wird deutlich, dass der Verzehr tierischer Produkte stetig steigt, während der Teil des Einkommens, den Menschen für Lebensmittel auszugeben bereit sind, sinkt.

Im weiteren Verlauf des Projektangebotes können die Schüler*innen anhand einer Produkteausstellung und dazu passenden Leitfragen Assoziationen und Fragen zu speziellen Aspekten der Nahrungsmittelwirtschaft und -industrie generieren um sich dann, je nach eigenem Interesse, vertiefend damit auseinanderzusetzen. In dieser Ausstellung finden sich Gemüse, Obst, Fleisch-, Backwaren und Milchprodukte, die das Interesse wecken, weiterzufragen. Dabei können zum Beispiel Themen wie Hunger und Überfluss, Massentierhaltung, Produktionketten oder Subventionspolitik behandelt werden. Dieser Abschnitt des Projektangebotes stellt den Hauptteil der Informationsphase dar.

Schließlich wollen wir Wege und Möglichkeiten entdecken, wie wir selbst auf einen nachhaltigen Konsum achten können, bzw. welche Dinge über bloßes Konsumieren hinaus machbar sind, um die mit der Lebensmittelproduktion verbundenen Probleme abzufangen.

Kurzinhalt:

  • → Herkunft und Produktionswege von Lebensmitteln
  • → Auswirkungen auf Mensch und Umwelt
  • → Hungerkrise und Überfluss
  • → nachhaltige Ernährung