Tagung Flucht.Perspektiven

Das Bildungsprojekt verquer. lädt gemeinsam mit dem Stadt- und Landesjugendring dazu ein, sich über die Gestaltung der Migrationsgesellschaft in der Schule auszutauschen und neue Perspektiven einzunehmen:

Tagung: Flucht.Perspektiven – Wie funktioniert die Migrationsgesellschaft in der Schule?
29. Mai 2018 | 14.00 – 18.00 Uhr | Aula der Grundschule “Greif”| Max-Planck-Str. 8, 17491 Greifswald

Die Diversität der Schüler*innenschaft in Vorpommern ist in den letzten Jahren größer geworden. Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Herkunft und mit unterschiedlichen Muttersprachen kommen im Klassenraum zusammen um gemeinsam zu lernen. Lehrer*innen und Sozialarbeiter*innen reagieren auf diese neue Situation und leisten einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung der Migrationsgesellschaft hier in Mecklenburg-Vorpommern.

Wir laden Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter*innen und alle, die das Thema Migrationsgesellschaft wichtig finden ein miteinander ins Gespräch zu kommen. Auf der Tagung haben Sie die Möglichkeit Perspektiven zu wechseln, über Zielstellungen dieser Aufgabe in den Austausch zu kommen und Anregungen für Ihre praktische Arbeit zu erhalten.

Programm:

14.00 Uhr Begrüßung

14.10 Uhr Kennenlernen, Austausch und Gespräch mit Asmaa Aboukhaled, Katriona Dannenberg und Laura Armborst:

  •                  Wer ist hier? In welchen Bereichen arbeiten wir?
  •                  Welche Fragen, Probleme, Anregungen und Ideen haben wir mitgebracht?
  •                  Was läuft in unseren jeweiligen Einrichtungen bereits sehr gut und wo wünschen wir uns mehr Informationen, Beratung, Vernetzung…?

Asmaa Aboukhaled ist Schülerin des Jahngymnasiums in Greifswald und vor drei Jahren aus Damaskus hierher gekommen. Katriona Dannenberg und Laura Armborst arbeiten bei verquer und machen seit vielen Jahren Bildungarbeit zum Thema.

14.45 Uhr Vortrag Die Situation von geflüchteten Jugendlichen – Jana Michael, Psychologin

15.15 Uhr Kaffeepause und Zeit zum informellen Austausch

15.30 Uhr Workshops:

  • Schule ohne Rassismus? Diskriminierung und Ausgrenzung sind keine neuen Phänomene – wie erkennen wir sie und gehen sensibel mit ihnen um? verquer.
  • Seid Jahrtausenden migrieren Menschen und wahrscheinlich seid genauso langer Zeit treffen sie an ihren neuen Wohnorten auf Ablehnung oder Ausgrenzung. Ein grausamer Höhepunkt rassistischer Vorurteile kann sicherlich im Zeitalter des Kolonialismus festgemacht werden – weiße Kolonialherren teilten die Welt in ein rassistisches System ein und verteilten Aufgrund dieser Ideologie Ressourcen und Möglichkeiten. Der Rassismus, der diesem System zugrunde liegt prägt noch heute unser Denken und Handeln. Vorurteile sind so fest verankert, dass wir sie manchmal gar nicht bewusst wahrnehmen. Im Workshop wollen wir gemeinsam versuchen einige Vorurteile und ihre Herkunft genauer zu betrachten und einen Umgang mit Ihnen zu finden.
  • Verquer macht seit acht Jahren Projekte zu globalen Fragestellungen mit Gruppen und Klassen in Vorpommern und versucht dabei Schüler*innen für globale Ungerechtigkeit, Diskriminierung und ungleiche Machtverhältnisse zu sensibilisieren.

 

  • Fluchtgründe thematisieren! Wieso, weshalb, warum? Wie sprechen wir mit jungen Menschen über Flucht? Dr. Teresa Martinez, Soziologin und Koordinatorin Tutmonde e.V.
  • Wenn wir in unseren Klassen und Jugendgruppen über Flucht sprechen, dann landen wir häufig mitten in einer Integrationsdebatte. Es geht zum Beispiel um die Frage wer kommen soll, wie Geflüchtete untergebracht werden und wann und wo sie Deutsch lernen können. Viel seltener sprechen wir darüber, warum Menschen den Ort verlassen an dem sie geboren und aufgewachsen sind und noch seltener sprechen wir darüber was Flucht- und Migrationsgründe mit uns in Europa zu tun haben. Im Workshop geht es um diese Themen:
    • Flucht- und Migrationsgründe
    • Push- and Pull- Faktoren der Migration
    • Die Geschichte der Migration
    • Der Weg von der erzwungenen Migrant*in zur globalen Bürger*in
    • Bildung für globale Staatsbürgerschaft (Education for Global Citizenship)

Teresa Martinez führt seit 15 Jahren Bildungsarbeit zu Migration und Globalisierung durch.

 

  • Perspektiven für die Arbeit mit jungen Geflüchteten. Wie schaffen wir ein Lernumfeld, das für alle gut ist?  Jana Michael, Psychologin
  • Sicherlich gibt es nicht den “jungen Geflüchteten”. Junge Menschen, die nach Deutschland fliehen haben unterschiedliche Lebensrealitäten, bringen unterschiedliche Bildungsabschlüsse und Zukunftspläne mit. Um für diese große Gruppe junger Menschen ein gutes Lernumfeld in unseren Schulen und darüber hinaus zu schaffen besprechen wir im Workshop diese Themen:
    • Die interkulturelle Perspektive in Beratungsinstitutionen
    • Migrationsspezifische Aspekte in der Beratungsarbeit
    • Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) als neue Herausforderung für die Fachkräfte
    • Migrationsakt und die Auswirkung
    • Krank, traumatisiert oder Macho? Umgang mit UMF in den Institutionen
    • Struktureller Rassismus und Diskriminierung im Alltag von UMF
    • Relevanz von Sprache
    • Entwicklung und Kultur – was heißt Pubertät in anderen Kulturen?
    • Biologie und Kultur (R und K Strategen) und genetische Vielfalt in Deutschland
    • Traumata bei UMF und sekundäre Traumatisierung
    • Schulische und berufliche Integration – ein mühsamer Weg

Jana Michael ist Psychologin und Expertin für Migrationsfragen. Sie lebt und arbeitet in Stralsund.

 

17.30 Uhr: Abschlussrunde

18.00 Uhr: Ende der Veranstaltung

Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung unter: info@bildung-verquer.de oder 03834 / 7737881

Leiten Sie unseren Tagungsflyer gerne an Interessierte weiter!

 

Sie Interessieren sich für das Thema und können nicht zu unserer Tagung kommen. Bitte beachten Sie unsere:

Dauerhaften Angebote für Pädagog*innen

Zu allen Projektthemen bietet verquer Weiterbildungen an. In unseren Weiterbildungsangeboten für Lehrer*innen und pädagogische Fachkräfte werden didaktische Methoden vorgestellt, die die Wirksamkeit von Vorurteilen verdeutlichen und den Wert gesellschaftlicher Vielfalt in den Mittelpunkt stellen. Anregungen für fächerübergreifenden Unterricht und den Kompetenzerwerb im Sinne der nachhaltigen Entwicklung und des Globalen Lernens, der in allen Fächern stattfinden kann, sind ein weiterer Bestandteil der Weiterbildung.

Wenn Sie Interesse an einer schulinternen Fortbildung (SCHILF) oder an einem Seminar für pädgogische Fachkräfte oder Studierende haben, melden Sie sich bei uns. Wir beraten Sie gerne und erstellen gemeinsam mit Ihnen ein individuelles Seminarkonzept angepasst an die Bedürfnisse Ihrer Gruppe.